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"Im Zuge der Buchillustration von « Der Zauberdrache »
Eine
phantastische Reise durch Hainburg an der Donau
habe ich 3Dimensional diesen Drachen am Computer mit Hilfe von Zeichnungen
und selbst gemalten Strukturen auf diese „3D Haut“ projiziert und geformt.
Dann wurde dieser Form von mir sozusagen Cyberleben eingegeben, da sie
virtuell voll beweglich ist.
Erläuterungen zum Drachen
"
Bei einem meiner Besuche in Hainburg wurde mir eine
Steinplastik*
gezeigt, die viele Jahre in einer Mauer geschlummert hatte und erst durch
Umbauarbeiten entdeckt worden war. Aufgrund der Darstellung war mir sofort
klar, dass es sich nicht um irgend ein Fabelwesen sondern um den Drachen
von Hainburg handeln musste: Der Drache hat Flügel wie ein großer
Raubvogel und zwei kräftige Beine, Bären- oder Löwentatzen
gleich. Er hat einen lange Hals, der Kopf mit langen Ohren erinnert an
einen Hund. Dazu kommt noch, dass er sich in einen Löwen verbeißt,
der auch im Stadtwappen vorkommt. Die Gestalt des Drachen entspricht
einer typisch mittelalterlichen Darstellungsweise, bei der die Gliedmaßen
zwei Knochenkreise für die unteren und oberen Extremitäten, also
biologisch richtig, bilden. Drachenmythen finden sich in nahezu allen Kulturen.
Eine Erklärung dafür ist, dass in prähistorischen Zeiten
die Vorfahren des Menschen, die primitiven Säugetiere, den schrecklichen
Echsen gegenüberstanden. Daraus leitet sich ein "Gattungsgedächtnis"
oder auch "fossiles Gedächtnis" ab. Die feindliche Natur, die es schon
von Urzeiten zu bezwingen galt hatte ein großes Symbol - den Drachen,
der auch im religiösen Kontext immer das Böse symbolisiert. Knochenfunde
von Mammuts, Wollnashörnern und Säbelzahntigern oder auch Höhlenbären
wurden früher als Drachenknochen gedeutet. Im Grunde genommen ist
ein Drache im westlichen Kulturkreis meistens negativ behaftet, in östlichen
Ländern, wie z.B. China, ist er aber positiv zu sehen. Der Drache
aus Hainburg war, wie wir aus der Sage wissen, ein Glücksdrache.
* Steinkapitell
von der St. Martinskirche (2. Hälfte 13. Jhdt.)
Der Lindwurm: (Sage aus Hainburg) In längst vergangener Zeit sahen die Hainburger an heißen Tagen ein schreckliches Ungeheuer auf dem Dache des Ungarturmes sich sonnen. Das war ein feuerroter Drache mit breiten Flügeln und langem Schweife. Dieser Lindwurm kam meist vom Pfaffenberge hergeflogen, wo er sein Lager hatte. Da er nur schlecht fliegen konnte, machte er auch gerne Rast in den Ortschaften um Hainburg. Bei seinem Nahen erhob sich ein gewaltiges Sausen in der Luft, und die Wucht seines Flügelschlages beschädigte die Strohdächer. So furchtbar er aussah, so glückbringend war sein Kommen. Jeder Bauer freute sich, wenn er sich in seinem Hofe schwerfällig niederließ. Denn gar bald füllten sich Boden, Keller, Stadel und Küche mit Gütern aller Art. Korn, Schmalz, Fleisch und Wein gab es in Hülle und Fülle, auch volle Truhen und gefüllte Geldstrümpfe. Eines Tages aber verschwand der Drache aus der Gegend und wurde nicht mehr gesehen. Zum Andenken ließen die Hainburger seine Gestalt auf einem Quadersteine ausmeißeln. Diesen Stein kann man noch heute an der Innenseite des Ungarturmes sehen. |